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htr hotel revue, Nr. 32 / 7. August 2008
Keine Show, aber glamouröse Heirat
Heiraten im Zug oder auf dem Schloss ist im Berner Oberland seit 2005 möglich. Ende 2009 ist die Pilotphase beendet. Das Angebot verschwindet aber nicht. Im Gegenteil.
Simone Leitner
Bis Ende 2009 sind die aussergewöhnlichen Trauungslokale im Berner Oberland ein Pilotprojekt. Doch auch ab 2010
kann weiterhin auf dem Schiff, im Nostalgie-Zug, im Hotel oder auf dem Schilthorn zivil geheiratet werden.
Markus Aeschlimann, Vorsteher des Amtes für Migration und Personenstand des Kantons Bern, will diese Möglichkeiten
weiterhin anbieten. Das Prinzip ist einfach und zeitgemäss: «Wenn sich die Brautleute für eine schöne Location
entschieden haben, können sie bei uns die Dienstleistungen des Zivilstandesbeamten einkaufen», erklärt Aeschlimann
seinen Plan. «Das Pilotprojekt war im Hinblick auf die Reorganisation der Zivilstandesämter im Kanton Bern befristet»,
betont Stephan Walther, Projektleiter und Vorsteher des Zivilstandesamtes des Kreises Interlaken. 2010 werden die 24
Berner Zivilstandesämter nun definitiv auf 7 Standorte reduziert.
Die exklusiven Trauungslokale bleiben bestehen
Die Sorge, dass die aussergewöhnlichen Trauungslokale verschwinden, ist nun vom Tisch. Das freut die touristischen
Partner. «Wir bieten gerne eine Ziviltrauung», hält Matthias Kögl, Direktor des Grandhotel Giessbach, fest.
Der Hotelier bleibt aber realistisch. «Da wir bis jetzt nur an einem Tag im Monat einen Trauungsakt vornehmen
durften, ist der Marketingeffekt bescheiden. Mehr Termine bekam das Hotel Blausee. «Wir trauten bis zu vier Mal
in der Woche», sagt Hans Wampfler, zuständiger Zivilstandesbeamter von Frutigen. Da sich die Heiratsstandorte an
die offiziellen Bürozeiten halten müssen, sind zivile Eheschliessungen an Samstagen nicht möglich. Ausser der
Samstag fällt auf eine Schnapszahl wie letztes Jahr der 7.7.07 .
Künftig kann auch am Samstag zivil geheiratet werden
Auch morgen Freitag, sind die Trauungslokale ausgebucht. Magische Daten wie der 8.8.08 sind eben seit jeher beliebte
Heiratstage. Im Kanton Bern sollen Trauungen am Samstag nun Standard werden: Markus Aeschlimann vom kantonalen Amt
stiess mit seinen Ideen auf offene Ohren und konnte Veränderungen bewirken. Die kantonale Verordnung wurde angepasst.
«Wir müssen uns nach den Bedürfnissen der Bürger richten», hält Aeschlimann fest. Und doppelt nach: «Wir werden
künftig auch das Passbüro am Donnerstagabend und Samstag öffnen.»
Der Trend zeigt klar: Die Kantone und die Gemeinden zeigen Kreativität und betriebswirtschaftliches Verständnis.
Seit die Gemeinde Cham eine Vollmond-Trauung anbietet, «ist die Nachfrage von Brautpaaren aus der ganzen Schweiz gut.
Dieses Angebot entspricht einem Bedürfnis», so der Leiter des Zivilstandesamtes in Cham, Rolf Steinmann.
Ein Eldorado für Hochzeitsplaner. «Wir sind dankbar, dass die Angebote kreativer werden», sagt Evelyne Schärer,
Inhaberin der Firma «your perfect day». Und Hochzeiten als touristische Events? In Luzern sind sie gefragt.
Wer auf der Website von Schweiz Tourismus «Switzerland Wedding» sucht, der findet. Die Luzerner Firma «Perfect Wedding»,
die der ehemalige Tourismusdirektor Kurt H. Illi gegründet hat, bietet Hochzeitspackages für Touristen an.
«Ich erfand japanische Hochzeiten auf Schloss Meggenhorn während meiner Zeit als Tourismusdirektor der Stadt Luzern»,
sagt Illi. Diese Showhochzeiten seien aber nicht rechtsgültig, betont der Zivilstandesbeamte Stephan Walther.
«Aber ein grosses Bedürfnis», so Kurt H. Illi.
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