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Hochzeit | Züriberg – Evelyne Schärer – Zwischen Show und alter Tradition.

Zwischen Show und alter Tradition

Viele Brautpaare wollen den «schönsten Tag im Leben» nicht mehr dem Zufall überlassen: Heiraten mit dem «Wedding Planner» steht im Trend. Alte Hochzeitsrituale sind deswegen nicht in Vergessenheit geraten.

Der Wonnemonat Mai gilt traditionell als der Hochzeitsmonat schlechthin. Zurzeit werde jedoch lieber im August oder im September geheiratet, weiss Evelyne Schärer, Inhaberin der Zürcher Hochzeitsplanungsagentur «your perfect day». Auch wenn dahinter die Hoffnung auf mehr Wettersicherheit steht: Vor Wetterkapriolen am «schönsten Tag im Leben» ist natürlich kein Hochzeitspaar gefeit. Gegen den Riesenstress vor und während der Feier gibt es jedoch ein Mittel, zu dem heute immer mehr Brautpaare greifen: Sie überlassen die gesamte Organisation ihrer Hochzeit kurzerhand den professionellen Planern. Nicht nur, weil sie unter wachsendem Berufs- und Zeitdruck stehen. Der Trend sei auch Ausdruck einer Entwicklung, wie sie eigentlich in allen möglichen Lebensbereichen stattfinde, meint Schärer: Man nehme heute viel selbstverständlicher die Hilfe von Leuten in Anspruch, die einem das Leben erleichtern – seien dies nun der Wedding Planner, Personal Trainer oder Dog Keeper.

Himmelslaternen und Strumpfbänder
Was Form und Inhalt heutiger Hochzeiten betrifft, beobachtet Schärer unterschiedliche Entwicklungen. Einerseits orientieren sich heute viele Leute daran, was sie am Fernsehen und in Illustrierten sehen: Hochzeiten europäischer Royals oder amerikanischer Celebritys. Der kulturelle Hintergrund, der Gedanke, wieso man etwas macht, interessiere in diesem Fall weniger. «Wichtig ist vor allem, dass etwas schön aussieht», fasst Schärer zusammen. Als Beispiel nennt sie den Trend, anstelle von Ballonen (asiatische) Himmelslaternen mit guten Wünschen in die Luft steigen zu lassen. Diese Mode sei aber zum Glück schon wieder am Abflauen, weil mit etlichen Risiken verbunden: Ist das Wetter zu feucht, steigen die Laternen nicht. Ist es zu windig, können sie abtreiben und Brände verursachen.

Andererseits scheinen sich Hochzeitspaare auch wieder stärker auf traditionelle Werte zu besinnen. Als Alternative zur kirchlichen Trauung ganz stark im Kommen seien religionsfreie Trauungszeremonien im Freien, weiss die Hochzeitsplanerin. In ihren «Drehbüchern» stehen zudem viele althergebrachte Bräuche. Zum Beispiel schlägt sie dem Bräutigam stets vor, am Ende des Tages die Braut über die Schwelle zu tragen – als Symbol für das neue Leben, das hinter dieser Schwelle beginnt. Nett findet Schärer auch den Brauch, die oberste Etage der Hochzeitstorte für den ersten Hochzeitstag aufzubewahren.

Die alte Tradition des Brautstrauss-Werfens oder des Strumpfband-Spickens stösst jedoch auch schon mal auf Widerstand: Nicht alle Bräute wollen einen 250 Franken teuren Strauss wegschmeissen, nicht alle Bräutigame einen andern Mann an ein Band heranlassen, das ihre Angebetete einen Tag lang am Schenkel getragen hat. Hingegen sind, abfärbend von Hollywood-Romanzen, die Brautjungfern auch hierzulande wieder en vogue. Und sogar der Verlobungsring, in den letzten 20 bis 30 Jahren kaum noch gesehen, erlebe eine Renaissance, beobachtet Schärer. Der Bräutigam geht also wieder ganz wunderbar «altbacken» Verlobungsringe kaufen und macht dann seiner Liebsten einen Heiratsantrag.

Lisa Maire